Ratgeber

7 Tipps zur Reifenpflege — So halten Ihre Reifen länger

30. März 2026 Lesezeit: 6 Min.

Reifen sind die einzige Verbindung zwischen Ihrem Fahrzeug und der Strasse. Trotzdem werden sie bei der Fahrzeugpflege oft vernachlässigt. Dabei kann die richtige Reifenpflege die Lebensdauer Ihrer Pneus deutlich verlängern, Ihre Sicherheit erhöhen und Ihnen bares Geld sparen. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen sieben praxiserprobte Tipps, mit denen Sie das Maximum aus Ihren Reifen herausholen.

1. Reifendruck regelmässig prüfen

Der Reifendruck ist der wichtigste Faktor für die Lebensdauer und Sicherheit Ihrer Reifen. Ein zu niedriger Druck führt zu erhöhtem Rollwiderstand, stärkerem Verschleiss an den Flanken und höherem Kraftstoffverbrauch. Ein zu hoher Druck verschlechtert die Bodenhaftung und führt zu ungleichmässiger Abnutzung in der Reifenmitte.

So machen Sie es richtig: Prüfen Sie den Reifendruck mindestens einmal im Monat und vor jeder längeren Fahrt. Messen Sie immer am kalten Reifen — also bevor Sie losfahren oder nach mindestens zwei Stunden Standzeit. Den vorgeschriebenen Druck finden Sie auf einem Aufkleber im Türrahmen der Fahrerseite, an der Innenseite des Tankdeckels oder in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs.

Bereits 0,2 bar zu wenig Druck kann den Reifenverschleiss um bis zu 15 % erhöhen und den Kraftstoffverbrauch um rund 1 % steigern. Über die gesamte Lebensdauer eines Reifensatzes summiert sich das schnell auf mehrere Hundert Franken.

2. Profiltiefe kontrollieren

Die Profiltiefe ist entscheidend für die Ableitung von Wasser und die Haftung auf nasser Fahrbahn. Neue Sommerreifen haben in der Regel eine Profiltiefe von 7 bis 8 mm, Winterreifen von 8 bis 9 mm. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe in der Schweiz beträgt 1,6 mm, der TCS empfiehlt jedoch mindestens 3 mm bei Sommerreifen und 4 mm bei Winterreifen.

Der Münztest: Stecken Sie eine Zwei-Franken-Münze in die Hauptprofilrille. Ist der Sockel der Helvetia-Figur sichtbar, liegt die Profiltiefe unter 4 mm und Sie sollten über einen Ersatz nachdenken. Für eine genauere Messung verwenden Sie einen Profiltiefenmesser aus dem Fachhandel (ab ca. CHF 5.–).

Achten Sie auch auf gleichmässige Abnutzung. Ist das Profil an einer Seite deutlich stärker abgefahren als an der anderen, kann eine falsche Achseinstellung (Spur oder Sturz) die Ursache sein. In diesem Fall sollten Sie die Achsgeometrie in einer Werkstatt prüfen lassen.

3. Reifen regelmässig auswuchten lassen

Eine Unwucht entsteht, wenn das Gewicht des Rades nicht gleichmässig verteilt ist. Bereits wenige Gramm Ungleichgewicht können bei höheren Geschwindigkeiten zu spürbaren Vibrationen im Lenkrad oder im Fahrzeugboden führen. Neben dem verminderten Fahrkomfort belastet die Unwucht auch Radlager, Stossdämpfer und Aufhängung — teure Folgeschäden sind möglich.

Wann auswuchten? Bei jeder Reifenmontage (Reifen auf Felge ziehen) sollte standardmässig ausgewuchtet werden. Darüber hinaus empfehlen wir das Auswuchten, wenn Sie Vibrationen bei bestimmten Geschwindigkeiten bemerken, nach dem Überfahren eines grösseren Schlaglochs oder alle 10'000 bis 15'000 Kilometer.

4. Richtige Lagerung von Saisonreifen

Die Art, wie Sie Ihre nicht genutzten Reifen lagern, hat grossen Einfluss auf deren Lebensdauer. Falsche Lagerung kann zu Verformungen, Rissen und vorzeitiger Alterung führen.

Kompletträder (Reifen auf Felge)

Reifen ohne Felge

Reifen ohne Felge sollten stehend gelagert und alle paar Wochen um eine Vierteldrehung gedreht werden, um Standplatten (flache Stellen) zu vermeiden. Hängen oder Stapeln ist bei Reifen ohne Felge nicht empfehlenswert, da sich die Karkasse verformen kann.

Der ideale Lagerort

Lagern Sie Ihre Reifen an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort. Die ideale Temperatur liegt zwischen 10 °C und 25 °C. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und die Nähe von Heizungen, Elektrogeräten oder Lösungsmitteln. Die Garage ist meist ein guter Ort — der Balkon oder ein Schuppen hingegen nicht, da dort starke Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen auftreten.

5. Reifen vor UV-Strahlung schützen

UV-Strahlung ist einer der grössten Feinde von Gummi. Langfristige Sonneneinstrahlung lässt die Gummimischung spröde und rissig werden — ein Prozess, der von aussen oft kaum sichtbar ist, aber die Struktur des Reifens schwächt. Dies gilt sowohl für montierte als auch für eingelagerte Reifen.

Auch Ozon, das in der Nähe von Elektromotoren oder Heizungen entsteht, greift Gummi an. Achten Sie deshalb darauf, Reifen nicht in der Nähe solcher Geräte zu lagern.

6. Sichtprüfung auf Beschädigungen

Nehmen Sie sich regelmässig — idealerweise bei jedem Reifendruckcheck — eine Minute Zeit, um Ihre Reifen visuell zu inspizieren. Achten Sie dabei auf:

  • Risse und Schnitte — besonders an der Seitenwand (Flanke). Selbst kleine Risse können auf Materialermüdung oder UV-Schäden hinweisen.
  • Beulen und Verformungen — an der Seitenwand deuten sie auf innere Schäden an der Karkasse hin. Solche Reifen sind nicht mehr sicher und müssen sofort ersetzt werden.
  • Eingefahrene Fremdkörper — Nägel, Schrauben oder Glasstücke im Profil können zu schleichendem Druckverlust führen. Entfernen Sie diese nicht selbst, sondern lassen Sie den Reifen vom Fachmann prüfen.
  • Ungleichmässige Abnutzung — Stärkerer Verschleiss auf einer Seite oder in der Mitte deutet auf falschen Reifendruck oder eine fehlerhafte Achseinstellung hin.

Beachten Sie auch das Reifenalter. Auch bei ausreichendem Profil sollten Reifen, die älter als sechs bis acht Jahre sind, ausgetauscht werden. Die Gummimischung verhärtet mit der Zeit, selbst wenn der Reifen kaum genutzt wurde. Das Herstellungsdatum finden Sie auf der Seitenwand als vierstellige DOT-Nummer: «2523» bedeutet beispielsweise Produktion in der 25. Kalenderwoche 2023.

7. Rechtzeitig wechseln — Sommer und Winter

Der richtige Reifen zur richtigen Jahreszeit schützt nicht nur Ihre Sicherheit, sondern auch den Reifen selbst. Winterreifen auf heissem Sommerasphalt nutzen sich deutlich schneller ab als nötig — die weiche Gummimischung ist für Temperaturen unter 7 °C konzipiert und wird bei Hitze regelrecht «aufgefressen». Umgekehrt bieten Sommerreifen bei Kälte kaum Haftung und können bei Frost sogar Risse bekommen.

Die Faustregel: Wechseln Sie Ihre Reifen gemäss der «O-bis-O-Regel» — Winterreifen von Oktober bis Ostern, Sommerreifen den Rest des Jahres. Orientieren Sie sich zusätzlich an der 7-Grad-Grenze: Sinken die Temperaturen regelmässig unter 7 °C, ist es Zeit für Winterreifen. Steigen sie dauerhaft darüber, kommen die Sommerreifen dran.

Falls Sie sich nicht mit dem halbjährlichen Wechsel befassen möchten, sind Ganzjahresreifen eine Alternative. Allerdings bieten diese in keiner Saison die optimale Leistung eines spezialisierten Sommer- oder Winterreifens. In der Schweiz, mit teilweise schneereichen Wintern und heissen Sommern, empfehlen wir nach wie vor den saisonalen Wechsel.

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